Bäder Der Zukunft

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Der waschtisch ist barrierefrei nutzbar und optisch sehr designorientiert
Gemeinderat es geht um die zukunft der bäder
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Die bäder der zukunft die körperwerkstatt von kathrin höfer und lisa dorsch ist ebenfalls in der ausstellung
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Diese Trendstudie wird von der DKE unterstützt. In diesem Zusammenhang ermöglicht die DKE die Förderung der Kommunikation und Netzwerkbildung und bietet eine Plattform für den Austausch von Interessen und Erfahrungen, sowohl für Anwender wie auch die unterschiedlichen Gewerke.

Das barrierefreie Badezimmer ist nicht nur wesentlich für die Autonomie einer immer älter werdenden Bevölkerung, es spielt ebenfalls für Personen eine wichtige Rolle, die in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchten und ggf. gepflegt werden müssen.Somit rückt die demografische Entwicklung insbesondere das Bad zunehmend in den Blickpunkt. Dies erfordert jedoch ein neues Denken und zukünftig eine noch engere Kooperation unterschiedlicher Gewerke, weshalb der fachliche Dialog zwischen diesen gefördert werden soll. Es ist absehbar, dass sich die Tätigkeitsfelder der Gewerke über kurz oder lang wandeln werden. So auch beispielsweise die des Elektrohandwerks, das nicht nur die klassischen Elektroinstallation realisiert, sondern zunehmend auch für die hochwertige Gebäudeausstattung im Sinne eines Smart Home für ein komfortables und multifunktionales Wohnen den Bewohnern jeder Generation beratend und ausführend zu Seite steht. Das Elektrohandwerk ist in seinem Dachverband „Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke“ (ZVEH) organisiert, der in vielfältiger Weise bei den Herausforderungen Unterstützung bietet.

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Neu in der deutschen Gesellschaft sind dabei die Rituale, die sich mit der Übernahme der Whirlpool- und Saunatradition der USA und der nordeuropäischen Länder einspielen. Das gemeinschaftliche Baden ist in den USA schon seit den 60er Jahren eine beliebte Freizeitaktivität unter Freunden und Familie. In einer sonst sozialkonservativen Gesellschaft ist dieses Phänomen überraschend. Die weiten Arme der Bade-Globalisierung reichen mittlerweile bis Deutschland – und verändern die Badegewohnheiten. Der Gang ins Bad wird immer öfter auch in Gemeinschaft angetreten. Der gemeinsame Abend mit Kumpels oder das gemütliche Ausspannen mit dem Partner verlagert sich vom langweiligen Wohnzimmersofa in den mehrsitzigen Whirlpool im Bad.

So paradox es klingt: Die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt des Privaten. Wie das? Das selbstbestimmte Leben ist das Primat einer Individualisierungsgesellschaft, von außen vorgegebene und linear strukturierte Lebensläufe sind längst für niemanden mehr Realität. Der umgekehrt entstehende Entscheidungsdruck stärkt das Verlangen nach Sicherheit und Gemeinschaft, um die Komplexität des modernen Lebens verarbeiten zu können. Dieser Trend zu einem „integrierten Individualismus“ wird nun vor allem an einem Ort sichtbar, der dazu bisher kaum getaugt hatte: im Bad.

Er schürt gerade das Feuer im Kamin, so dass die Holzscheite nur so knacken, sie sitzt mit einem Buch in der Hand auf dem Sofa daneben. Eine Szene aus dem Wohnzimmer? Mitnichten! Wie etwa die Badserie „citterio“ von Keramag zeigt, verschmilzt das Bad immer weiter mit dem Wohnraum, da eine „Integrated Privateness“ die Partner, Familie und Freunde in ihre Grenzen der Privatsphäre mit einschließt. Die Verbindung von Wasser- und Wohnelementen macht das Badezimmer so immer mehr zum neuen Wohnzimmer, wo es neben der üblichen TV-Ausstattung auch Entspannungsoptionen gibt, die das alte Wohnzimmer nicht zu erfüllen vermochte.

In diesem Bad gibt es eine eingebaute Lichtsteuerung und Lautsprecher in der Decke

Wieder andere Innovationen erhöhen den Sicherheitsfaktor: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart hat zum Beispiel Sensoren entwickelt, die sich unter den Fliesen befinden und ein Alarmsignal abgeben, wenn jemand stürzt. Das kommt natürlich allein lebenden Senioren entgegen.

Viele technische Raffinessen wie diese werden wir in den kommenden Jahren zuhauf sehen, prognostiziert Verbandsexperte Wischmann. „Dem Bad wird in Zukunft mehr Beachtung geschenkt als bisher.“ Auch werde dann die Vernetzung der Sanitärobjekte untereinander ein immer größeres Thema werden – per Kabel oder Funk.

Die Haustechnik hilft auch im Alltag: Über Durchsagen wird an die Einnahme von Medikamenten erinnert oder ans Zähneputzen. Möglich ist das auch mittels beleuchteter Piktogramme im Spiegel. „Über Touchscreens im Glas können sogar Wetterdaten oder E-Mails abgerufen werden“, sagt der Sanitärexperte Thiel.

Das Ergebnis des Projekts wird der Öffentlichkeit kontinuierlich vorgestellt.

Bäder wandeln sich vom Ort einer peinlich verborgenen Körperhygiene zu einer Zone umfassend gelebter Healthness – eine Chance für neue Konzepte

Wellness entspricht dem Lebensstil der neuen Individualisten längst nicht mehr. Sie wollen kein sporadisches Ausspannen, das nicht mehr ist als die Ausnahme in einem sonst festgefahrenen, altmodischen Modell der Privatsphäre. Für sie ist der Wellness-Faktor nur einer der Bestandteile ihres selbstorganisierten integrativen Entspannungsprogramms, das ihren Lebensstil permanent direkt zum Ausdruck bringt. Eine solche Privatsphäre mit Freunden und Familie zu teilen wird so fast zum selbstverständlichen nächsten Schritt.

So lässt sich feststellen: Die Privat- und Intimsphäre wird immer mehr geteilt, und das Bad, bisher Residuum persönlicher Abschirmung, eröffnet neue Optionen, solche Erlebnisse neu zu inszenieren. Allerdings bislang durchaus nicht mit jedermann. Ein fein abgestimmtes System an Abstufungen entsteht. Bislang haben nur die engeren Freunde und die Familie Teil an der in Gemeinschaft gelebten Privatsphäre, welche als solche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland noch undenkbar gewesen wäre. Immer mehr Angebote kommen dazu auf den Markt und zeigen, welche künftigen Nutzungen noch vorstellbar werden.

Abgeschirmt vom Rest der Wohnung, fungierte es bis in die 80er Jahre als Rückzugsort des nackten Körpers. Das Bad war der Raum, in dem man sich in Scham selbst vor der eigenen Familie verbarg. Und die „Nasszelle“ erinnerte nicht von ungefähr schon im Wort an die Beengtheit Der Wandel der Bedürfnisse hin zum „Selfness“-Ansatz förderte einen neuen Blick auf das Bad und seine überpersönlichen Funktionen eines Gefängnisses. Diese Barrieren begannen mit dem Aufkommen des Wellness-Hypes der 90er Jahre zu bröckeln. Vor allem der Wandel der Bedürfnisse hin zum „Selfness“-Ansatz förderte einen neuen Blick auf das Bad und seine überpersönlichen Funktionen, wie sich nun im erweiterten Konzept der Healthness zeigt, also einer umfassenden Betrachtung des Körpers und seiner Funktionen unter dem Begriff der Lebensenergie.

Im Badezimmer 2.0 muss man sich nicht mehr über die Wanne beugen, um an den Wasserhahn zu gelangen. „Die per Knopfdruck bedienbaren Armaturen können bequem an der Vorderseite der Wanne platziert werden“, erklärt Angelika Martina Brüßel, Geschäftsführerin von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern.

Wetterdaten und Nachrichten im Spiegel. Automatische Erinnerung ans Zähneputzen und die Medikamenten. Das Bad von morgen soll nicht nur Spielerei sein – sondern Antwort auf den demografischen Wandel.

Doch nicht nur das: Das neue Badezimmer denkt mit. „Die Dusche merkt sich meine Lieblingswassertemperatur, Lautsprecher erinnern ans Rasieren, über Bildschirme im Spiegel lassen sich Staumeldungen abrufen“, zählt der Sanitärexperte nur einige der technischen Möglichkeiten auf. Im Smart Home, dem intelligent vernetzten Zuhause, ist das keine Zukunftsvision mehr.

Auch das Dusch-WC, eine aus Japan stammende Kombination aus WC und Bidet mit automatisierter Reinigung des Intimbereichs, ist öfter in deutschen Bädern anzutreffen. Sogar personenbezogene Vorlieben, etwa was Wärme und Intensität des Wasserstrahls betrifft, können bei einigen Modellen gespeichert und per Knopfdruck abgerufen werden. Es gibt sogar Modelle mit Geruchsfilter, der schlechten Geruch direkt in der Toilette absaugt, und einem integrierten Nachtlicht zur Orientierung.

Eine andere Tradition hat ihren Ursprung in Finnland und Estland: das Saunieren. Noch heute ist es dort üblich, selbst Business-Meetings in der Sauna abzuhalten und über einem Drink und ein paar „Peitschenhieben“ (mittels zusammengebundener Birkenzweige) Strategien und Pläne zu besprechen. Auch wenn sich diese Vergemeinschaftung des Privaten in Deutschland noch nicht im gleichen Umfang durchgesetzt hat, steigt die Zahl der Saunagänger konstant. 2007 verbrachten 22,5 Millionen Deutsche ihre Freizeit in Sauna oder Dampfbad. Heute sind es 24,2 Millionen. Nach einer Studie des Deutschen Saunaverbunds besitzen 1,7 Millionen deutsche Haushalte eine eigene Sauna. Damit entsteht in Deutschland eine neue kulturelle Tradition als gemeinschaftliches Lifestyle-Phänomen. Denn Saunieren lebt von der Gemeinschaft.

Durch den Monsun: Wer kennt nicht das vielbesungene Gefühl, durch den warmen Sommerregen zu spazieren, am liebsten in Anwesenheit eines geliebten Partners? Mit den sogenannten Regenduschen wird dies nun zum realistischen Szenario für das Eigenheim: das gemeinsame Duschen.

Wer dies gerne in lagunenblauem oder dschungelgrünem Licht tut, liegt mit der Regendusche aus der Kollektion „Supernova“ von Dornbracht richtig. Denn sie liefert durch passende Lichtspiele zugleich auch, was man als „Mood-Manufacturing“ umschreiben könnte: die Konstruktion einer Umgebung, die dem eigenen Monsun-Dschungel-Erlebnis gleichkommen soll.

Entertain me!: Ähnlich ist es mit dem Baden zu zweit. Was sich in den bisher ausschließlich eingebauten Einsitzer-Badewannen anfühlte, als wolle man den Inhalt einer Kokosnuss in eine Walnussschale pressen, wird mit den neuen zweisitzigen Badewannen möglich.

Denn das Arme-Beine-Knäuel gehört bei der Luxus-Badewanne von Di Vapor der Vergangenheit an. Das Baden zu zweit wird durch den Flachbildschirm am Ende der Wanne, die Whirlpool-Massage von unten sowie durch die Unterwasserbeleuchtung zum Badespaß einer neuen Kategorie.

Spieglein, Spieglein an der Wand: Der Spiegel „Reveal“ des Erfinders und Designers Brian House informiert den Betrachter via eingebauter Kamera über seinen Gesundheitsstatus, über das Wetter, inklusive Blick in die Innenstadt, sowie über die aktuellen Nachrichten, die man bequem durch RFID-Technik (Radio-Frequency Identification) auf sein iPhone spielen kann.

Natürlich lässt sich auch einfach das Fernsehprogramm durchzappen, dank Sprachbedienung auch faul vom Badezimmer-Sofa aus.

„Schlau ist eine Hausautomatik aber nur dann, wenn sie meinen persönlichen Alltag erleichtert, statt alles zu können, was möglich ist“, findet Brüßel. „Denn zehn Knöpfe drücken zu müssen, das ist am Ende auch nicht mehr komfortabel.“ Daher ist es natürlich wichtig, die Steuerungssysteme auszuwählen, die zu den eigenen Ritualen passen.

Es gibt keinen Grund, es zu verschweigen: Das Badezimmer wird in der Zukunft immer mehr auch zum „Lustraum“. Damit greift das Badezimmer eine Tradition auf, die Geschichte hat. Im Mittelalter war das gemeinsame Baden fest mit sexuellen Spielen verbunden. In der Folge wurden öffentliche Badehäuser sogar verboten, weil sich das Treiben in ihnen nicht mehr bändigen ließ und sich Sexualkrankheiten ungehindert verbreiteten. Mit fortschreitender Individualisierung der Lebensstile im 20. Jahrhundert öffnen sich die Menschen auch im Hinblick auf alternative sexuelle Praktiken. Das Badezimmer schafft nun im beginnenden 21. Jahrhundert das richtige Umfeld zum Experimentieren. Selbstverständlich lässt sich die Liegenddusche „Horizontal Shower“ auch alleine benutzen. Mit ihren unterschiedlichen Programmen und Choreographien bietet Couches und Teppiche gehören mittlerweile zur Standardausrüstung eines modernen Bades sie verschiedene Massage- und Duschstrahlen an, durch die man die Zeit unter der Dusche zum Entspannen oder mittäglichen Powernapping benutzen kann, ohne dabei durch die Duschwand zu stürzen.

Dusche, Toilette, Waschbecken – fertig ist das Badezimmer? „Das Bad ist heute viel mehr“, sagt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Sanitärwirtschaft in Bonn. „Es vereint Hygiene und Entspannung, ist ein Raum der Regeneration mit Wohlfühlcharakter.“

Der gemeinsame Gang in die Sauna und das anschließende Bad im Whirlpool des Freundes fordern auch einen Wandel in der architektonischen Struktur des Bades. Gerade in Deutschland ist das Badezimmer mit durchschnittlich 7,8 qm noch relativ klein. Aber die Deutschen rüsten auf: Bei Renovierern beträgt die Größe des Bades im Schnitt mit 12 qm schon fast das Doppelte. Neben Saunen und Whirlpools wird dieser Platz immer mehr auch von Polstermöbeln besetzt. Denn wer möchte schon aus der Sauna spazieren und sich auf die kalte Oberfläche einer Toilette setzen? Couches und Teppiche gehören mittlerweile zur Standardausrüstung eines modernen Bades.

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Aber die Entwicklungen gelten nicht nur ihnen – Bäder, die von Familienmitgliedern aller Altersklassen gut genutzt werden können, sind ein Trend. „Wir sprechen hier vom Mehrgenerationenbad, das sich an denjenigen anpasst, der es gerade benutzt – egal, ob es die Großmutter ist, der Vater oder das Kind“, erklärt Wischmann. Neben höhenverstellbaren WCs und Waschtischen gibt es per Knopfdruck nach vorn neigbare Spiegel, in denen sich auch Kinder sehen können.

Ähnlich wie die Wandlung des Frauenbilds und die damit einhergehende Öffnung der Küche zum Essbereich bedeutet ein verändertes Bild der Privatsphäre, das im Begriff der Integrated Privateness ihren Die Verbindung von Wasser- und Wohnelementen macht das Badezimmer so immer mehr zum neuen Wohnzimmer Ausdruck findet, eine Öffnung des Badezimmers zu den Wohnbereichen. Das Badezimmer orientiert sich nicht weiter am klassischen Begriff des Privaten, sondern an der Definition einer individualistischen Gesellschaft, die ihre Privatsphäre der Gemeinschaft öffnet. Wie bisher das Wohnzimmer wird das Badezimmer immer mehr auch repräsentativer Ort. Gäste lassen sich nicht mehr nur durch das Ledersofa beeindrucken, sondern durch jene Gegenstände, die den privaten Lebensstil eines selbstverwirklichten Lebens in Gemeinschaft reflektieren – gerne auch im Bad.

Statt die Dusche mit einem Hebel zu regulieren, gibt es Modelle mit Knopf am Duschkopf, mit dem sich der Wasserstrahl an- und abschalten und die Intensität steuern lässt. Ein neuartiges Absperrventil macht das möglich.

Um Schwerpunkte eines Smarten Bades sowie Rollen der Bäder der Zukunft festzuhalten, hat der „Zentralverband Sanitär Heizung Klima“ (ZVSHK) eine Trendstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Studie sollen dem Handwerk eine Unterstützung bei der Vor-Ort-Beratung des Kunden bieten aber auch helfen, Bäder der Zukunft besser zu planen und zu realisieren.

Die Digitalisierung des Badezimmers steht laut Matthias Thiel vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in direktem Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Schließlich sei es neben dem Schlafzimmer der intimste Raum der Wohnung, in dem man sich im Alter so lang wie möglich autonom bewegen möchte. „Die höhenverstellbare Toilette ist schon vergleichsweise weit verbreitet“, sagt Thiel. „Doch das WC kann längst mehr.“ Der Toilettensitz hebt und senkt sich automatisch.

Ein Bildschirm im intelligenten Bad erinnert an die Einnahme von Medikamenten

Es gibt sogar Duschen, die den Blutdruck erkennen und das passende Duschszenario spielen. „Wenn man Pech hat, bekommt man dann einen kalten Guss ab, der aber den Kreislauf ankurbelt“, erläutert Brüßel.

Weltweit steht die Bauwirtschaft vor Jahrzehnten spannender Aufgaben. Wir benötigen neue Mobilitäts-Infrastrukturen und Energie-Landschaften, Lösungen für partikulareres und gemeinschaftliches Wohnen – viel Raum für Planer und Verwirklicher.

Manche neuen Sanitärobjekte erlauben es sogar, die Vorlieben jedes Familienmitglieds einzeln abzuspeichern – Duschen etwa. Wassertemperaturen, Lichtstimmungen und Musik-Play-Lists können festgelegt werden, zählt Brüßel auf. Per Knopfdruck oder Touch-Display wird das gewünschte Programm angewählt. „Es können sogar verschiedene Szenarien für morgens, abends und das Wochenende zusammengestellt werden.“ Einige Smart-Home-Technologien ermöglichen mittlerweile den Start des Duschprogramms auch per Zuruf.

Folgende Menschen haben mit dem Thema dieses Artikels zu tun:

„Neben der Digitalisierung ist die Gesundheitsvorsorge der zweite große Trend“, sagt Wischmann. Das betrifft etwa die Beleuchtung. Sogenannte zirkadiane Lichtszenarien unterstützen den Biorhythmus: „Am Morgen ist der Blaulichtanteil höher, um wach zu machen“, erklärt Thiel. Abends lässt ein höherer Anteil Rotlicht ermüden.

Die berührungslose Sensoriktechnik, wie man sie bereits von öffentlichen Toiletten kennt, macht sogar den Knopfdruck überflüssig: „Die Badezimmertür öffnet sich selbstständig, und das Licht schaltet sich ein“, erläutert Brüßel die Möglichkeiten. Das Dusch-WC funktioniert von selbst. Anschließend tritt man an das Waschbecken und muss die Hände nur unter den Hahn halten. „Ich kann den Raum wieder verlassen, ohne etwas berührt zu haben. Technisch ist das alles möglich“, sagt Brüßel.

Als Folge der Neudefinition des Privaten weitet sich also das Bad in den Wohnbereich aus; öffnet sich hin zum Wohn- und Schlafzimmer. Damit folgt es dem Paradebeispiel eines anderen Raumes der Wohnung – der Küche. Getrennt vom Ess- und Wohnbereich, war die Küche jahrzehntelang die strukturelle Ausformung eines gesellschaftlichen Machtdispositivs, das die Frau an den Herd und in die Küche verbannte. Mit der sexuellen Revolution der 60er Jahre und der sukzessiven Emanzipation der Frau wandelte sich die Struktur der Küche hin zum Raum, der vollständig mit dem Ess- und Wohnbereich verschmolzen ist und sich nicht mehr durch Abgrenzungen und Barrieren an den traditionellen Rollenbildern orientiert.

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