Küchen So Viel Geld Geben Die Deutschen Aus Welt

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Küchenverkäufer müssen geduldig sein. Es dauert schließlich seine Zeit, bis der Kunde genau weiß, was er will. Auch weil die Zahl der Fragen während dieses Auswahlprozesses schier unendlich scheint: Wie groß soll die Küche sein? Wie viele Schränke werden benötigt? Sind Hochschränke gefragt oder Oberschränke? Welche Farbe soll es sein? Und welches Material? Lieber eine Holzoptik oder Hochglanzlack? Dann die Arbeitsplatte: Reicht hier Kunststoff, oder darf’s doch Granit sein?

2014 ist der Markt dementsprechend gewachsen. Bis Ende September lagen die Verkaufszahlen in Deutschland fast zwei Prozent über denen des Vorjahres, meldet die GfK am Rande der Küchenmöbelmesse Living Kitchen in Köln. Der Umsatz ist zeitgleich sogar um stattliche 8,5 Prozent gestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) rechnet nun mit Einnahmen von rund 6,5 Milliarden Euro allein im Inland.

Schon jede fünfte Maschine ist zudem größer als die Standardspüler, fasst also weit mehr Geschirr als üblich. „Innovationen und Technologien stimulieren den Hausgerätemarkt“, sagt AMK-Geschäftsführer Mangels. „Wie man mittlerweile feststellt, werden selbst Großgeräte nicht mehr nur ersetzt, wenn sie defekt sind.“ Vielmehr gelinge es den Herstellern, Kaufimpulse – also ein „Habenwollen“ – beim Verbraucher auszulösen. „Viele Kunden nutzen die Gelegenheit, um dann ihre gesamte Küche an die heutige Zeit anzupassen.“

Dahinter steht vor allem der Trend zur offenen Wohnküche, die es aus den einschlägigen Wohnzeitschriften längst in die Realität geschafft hat. In Neubauten haben schon über 20 Prozent der Deutschen eine wandlose Kombination aus Kochen-Essen-Wohnen, heißt es bei der AMK.

Die Küche wandelt sich damit auch zum sozialen Treffpunkt. Und der muss dann auch schick aussehen. Die Ausgaben für neue Küchen steigen dementsprechend an. „Je teurer die Küche, umso höher ist derzeit das Wachstum“, berichtet Markus Wittmann, der Möbel-Experte der GfK.

Und dann reicht den meisten auch nicht mehr die klassische Anordnung von Kochflächen. Vielmehr muss es eine flexible Induktion sein, am liebsten sogar mit freier Kochflächennutzung, bei der man an jeder beliebigen Stelle Töpfe und Pfannen aufstellen kann. Der entsprechende Wert jedenfalls sprang von 43 Prozent im Jahr 2014 auf 51 Prozent in 2015 und sogar auf 55 Prozent in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Im vergangenen Jahr haben die rund 40 deutschen Hersteller rund elf Milliarden Euro umgesetzt, das sind sieben Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Fast zwei Drittel der Erlöse entfallen dabei auf das Inland, wo die Kauflaune derzeit besonders hoch ist. Alleine 1,4 Millionen Küchen wurden im vergangenen Jahr ausgeliefert – und das noch ohne die Ware von Ikea, Baumärkten und Schreinern.

Besuch führt man heute nicht mehr in die gute Stube, sondern in die gute Küche

„Die Premiumanbieter haben keinen technischen Vorteil. Denn Zulieferer klopfen mit ihren Innovationen bei denjenigen Herstellern an, bei denen sie besonders viel verkaufen können“, sagt Häcker-Chef Sander. Die Mittelklasse sei dementsprechend der Innovationstreiber in der Branche. Für den Manager ist kaum noch ein erklärbarer Unterschied zum Luxussegment mit Herstellern wie Poggenpohl, Bulthaup oder Siematic vorhanden. „Das einzig verbliebene Differenzierungsmerkmal ist die Marke. Aber das reicht aus meiner Sicht nicht mehr aus angesichts der zunehmend hohen Qualität im mittleren Segment.“

Aktuell nun scheinen diese 17 Jahre für eine breite Bevölkerungsschicht abgelaufen zu sein. Der Andrang in Möbelhäusern und Küchenstudios jedenfalls ist groß. Aus gutem Grund, wie Markus Wittmann erklärt. „Derzeit stimmen die Rahmenbedingungen“, sagt der Möbelexperte von Deutschlands größtem Marktforscher GfK mit Verweis auf die niedrigen Zinsen und – angesichts der guten Beschäftigtenzahlen – eine unverändert hohe Konsumfreude und Ausgabebereitschaft bei den Bundesbürgern.

Der Bundesbürger lässt sich seine Küche etwas kosten. Sie ist Prestigeobjekt und Statussymbol der Deutschen. Und so geht der Trend zu höherwertigen und auch höherpreisigen Küchen.

Durchschnittlich 6281 Euro geben die Bundesbürger für eine neue Küche aus – 800 Euro mehr als noch vor vier Jahren. Die Küche ist das neue Statussymbol unserer Zeit. Der Trend hat mehrere Gründe.

Umgekehrt kletterte der Anteil der Küchen für 10.000 bis 20.000 Euro von 21 Prozent auf mittlerweile 30 Prozent. Größter Marktbereich bleibt nach wie vor das Mittelklassesegment mit Küchen für 5000 bis 10.000 Euro. Deren Anteil am Branchenumsatz liegt derzeit bei gut 38 Prozent – was vier Prozent weniger sind als noch vor zehn Jahren.

Tatsächlich wird mittlerweile nicht mal mehr die Hälfte der Küchen mit einem Standard-Kochfeld ausgeliefert, meldet die GfK. Es muss schon Induktion sein, am liebsten sogar mit freier Kochflächennutzung, also der Möglichkeit, Töpfe und Pfannen an jeder beliebigen Stelle des Kochfeldes aufstellen zu können. Bei Backöfen ist die Entwicklung ähnlich. Knapp die Hälfte der ausgelieferten Geräte hat mittlerweile Zusatzfunktionen wie zum Beispiel eine Selbstreinigung.

„Die Evolution in der Küche war in den letzten Jahren ganz erheblich“, sagt Häcker-Geschäftsführer Sander. „Unterschiede sind für die Kunden heute ganz anders wahrnehmbar als noch vor zehn Jahren.“ Das sei immer wieder zu sehen, wenn ein Kunde nach 15 Jahren ins Küchenstudio kommt, um die zweite oder dritte Küche in seinem Leben zu kaufen. „Die Leute fühlen sich wie in einer anderen Welt.“

„Dafür werden sogar Wände eingerissen, wenn die bisherige Küche nicht groß genug ist“, bestätigt AMK-Chef Mangels, für den die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit eine Art Konjunkturprogramm ist. „Wenn darüber diskutiert wird, ob zukünftig Strafzinsen auf Bankguthaben anfallen werden, ist für viele Menschen das Geld in einer neuen Küche besser angelegt.“ Zumal derzeit auch nicht absehbar sei, wann die Zinsen wieder steigen.

Das Unternehmen, das mit zuletzt 406 Millionen Euro Umsatz zu den drei größten Herstellern in Deutschland gehört, berichtet wie auch die Konkurrenz von einer stetig steigenden Nachfrage nach teuren Extras wie Lackfronten, Glasoberflächen und grifflosen Schränken im Möbel und von Induktionsherden, selbstreinigenden Öfen, besonders leisen Geschirrspülern und energieeffizienten Kühlschränken der Kategorie A+++ im Gerätebereich.

Das alles hat Auswirkungen auf die Sortimente im Lebensmittelhandel. „Wir sehen ein großes Wachstum von Produkten im To-Go-Format“, beschreibt Konsumforscher Kecskes. Und auch das Thema Convenience werde noch mal deutlich wichtiger als es ohnehin schon ist. „Produkte müssen für die Verbraucher heute so vorbereitet sein, dass sie schnell zu verarbeiten sind.“

Inzwischen wird beim Küchenkauf auch nicht mehr so stark auf den einzelnen Euro geschaut wie noch in der Vergangenheit. „Der Trend geht eindeutig zur höherwertigen und auch höherpreisigen Küche“, sagt Experte Mangels. Bestätigt wird der Industrievertreter dabei von der GfK. „Die Auftragswerte steigen ganz erheblich“, sagt Markus Wittmann, Leiter der Division Home and Living bei Deutschlands größtem Marktforscher. Lag der Durchschnittspreis für eine Küche in Deutschland 2014 noch bei 6054 Euro, waren es im vergangenen Jahr schon 6439 Euro. „Das Wachstum findet vor allem in den wertigen Bereichen statt“, sagt Wittmann, und meint damit Preislagen ab 10.000 Euro.

Hinter dieser Entwicklung steckt der Wunsch nach mehr Design, Komfort und Flexibilität. „Die Leute wollen Lack- oder Echtholzfronten, Arbeitsplatten aus Glas, Edelstahl oder Granit und grifflose Schränke“, beschreibt Wittmann. „Und sie wollen Induktionsherde, selbstreinigende Öfen, besonders leise Geschirrspüler und Kopffreihauben.“

Sogenannte Kopffreihauben – das sind flache Dunstabzüge, die schräg hängen, um auch in die hinteren Töpfe gucken zu können, ohne sich den Kopf zu stoßen – finden sich mittlerweile in fast jeder dritten Küche, meldet die GfK. Noch dazu steigt die Zahl der Geräte in der Küche, etwa durch Dampfgarer, Kaffeevollautomaten und Wärmeschubladen, die zunehmend obligatorisch werden beim Küchenkauf.

Welches Innenleben kommt in die Schubladen? Und apropos: Sollen Griffe an die Auszüge oder nicht? Fragen über Fragen. Und das Thema Küchengeräte ist da noch gar nicht inbegriffen. Hier gilt es noch mal aus einer Vielzahl von Alternativen auszusuchen. Der Kauf einer Küche kann sich daher je nach Entscheidungsfreude der Interessenten über mehrere Wochen hinziehen. Aber das ist nicht mal die größte Geduldsprobe für die Verkäufer.

In Deutschland bleibt die Küche immer öfter kalt. In nicht mal mehr jedem vierten Haushalt wird täglich frisch gekocht. Das zeigt die aktuelle Studie „Consumers Choice ’17“ von den Marktforschern der GfK und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). „Der Alltagskoch ist stark auf dem Rückzug“, sagt Studienautor Robert Kecskes von der GfK. Zwar sei er zahlenmäßig mit einem Anteil von 23 Prozent noch immer der häufigste Kochtyp.

Der Wochenendkoch wiederum findet sich mehrheitlich in den jungen Familien. „Er muss sich fünf Tage bescheiden, ehe er sich dann genussvoll mit Freunden und der Familie zum Kochen und Essen zusammensetzen kann.“ Diese Mahlzeiten würden dann aber auch zelebriert.

Offene Wohnküchen sind beliebt: In Neubauten haben schon über 20 Prozent der Deutschen eine solche zugelegt

Passend dazu würden Kinder ihr Mittagessen heute vielfach in der Kita oder der Ganztagsschule bekommen. Um sich bei allem Zeitmangel in den eigenen vier Wänden dennoch versorgen zu können, wird in zahlreichen Haushalten zunehmend Fertigware gekauft. Der Kochtyp „Aufwärmer“ ist dementsprechend schon die zahlenmäßig zweitgrößte Gruppe in der Küche. Gleichzeitig legen auch die „Snacker“ kräftig zu. „Bei ihnen ersetzen viele Zwischendurch-Snacks die festen Mahlzeiten, häufig geben sie dabei ihren spontanen Gelüsten nach.“

Doch nicht immer sind es fehlende Lust oder Bereitschaft, die hinter dem Rückzug des Alltagskochs stehen. Oftmals fehlt es schlichtweg an Zeit. „Vor allem die jüngeren Aufsteiger, aber auch die etablierten Fachleute sind davon betroffen“, heißt es in der Studie, für die 30.000 Haushalte befragt wurden.

Die Statistik gibt ihm recht. Danach lag der Anteil der Fronten mit Lack oder Lacklaminat 2015 bei stattlichen 62 Prozent und damit acht Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Dazu hat schon mehr als jeder zweite verkaufte Backofen Selbstreinigungsfunktionen. Und bei den Kochflächen ist der Trend zur Induktion nicht mehr aufzuhalten, wie Marktforscher Wittmann berichtet. 2015 waren 56 Prozent der Herde mit der Technik ausgestattet, im ersten Quartal 2016 lag der Wert sogar schon bei 59 Prozent.

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Die Leute ziehen die Konsequenz daraus, dass sie bei der Bank nichts mehr bekommen

Für die Endabrechnung im Küchenstudio ist diese Entwicklung nicht unerheblich. Denn nach Einschätzung der AMK beträgt der Geräteanteil am Verkaufspreis mittlerweile rund 45 Prozent. Weitere 45 Prozent entfallen auf die Möbel, also Schränke und Schubladen, die übrigen zehn Prozent sind schließlich Zubehör wie Spüle oder Armaturen. Und in allen Bereichen gab es enorme Entwicklungssprünge in den vergangenen Jahren.

Auch weil die Küche von heute ein Statussymbol ist. Zwar gehört das Auto hierzulande noch immer zu den wichtigsten Besitztümern. Auf dem Spitzenplatz liegt laut einer Umfrage des Zukunftsinstituts im Auftrag von Siemens mittlerweile aber die Küche. Also darf es auch gerne etwas mehr sein. „Besuch führt man heute nicht mehr in die gute Stube, sondern in die gute Küche“, sagt Markus Sander, der Geschäftsführer von Häcker Küchen aus dem ostwestfälischen Rödinghausen.

„Küche und Esszimmer verschmelzen und sind dazu noch ans offene Wohnzimmer angegliedert“, erklärt AMK-Geschäftsführer Kirk Mangels. Dadurch entstehe aus dem einstigen Arbeitsraum zusätzlicher Wohnraum. „Also muss die Küche von heute nicht nur praktikabel und funktional sein, sondern auch schön und ansehnlich.“

All das dürfte auch starke Auswirkungen auf die Einkaufsgewohnheiten haben. Darauf jedenfalls richten sich die Händler ein. „Die Digitalisierung wird den Einzelhandel ebenso stark verändern wie die Einführung der Selbstbedienung ab Ende der 50er-Jahre“, glaubt Franz-Martin Rausch, der Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH).

Nicht einmal jeder vierte Deutsche benutzt noch täglich den eigenen Herd. Die meisten Bundesbürger mutieren zu neuen Koch-Typen. Einer von ihnen setzt jedoch einen Gegentrend in der Küche.

Die beginnt erst nach der Vertragsunterschrift. Denn ist der Kunde aus dem Haus, dauert es viele Jahre, bis er wiederkommt. Das jedenfalls sagt die Statistik. Danach kauft jeder Bundesbürger durchschnittlich drei Küchen in seinem Leben. Und zwischen diesen einzelnen Küchenkäufen stehen statistisch gesehen jeweils rund 17 Jahre.

Während Billigküchen für weniger als 5000 Euro 2016 sowohl mengen- als auch umsatzmäßig verloren haben, sind die Verkaufszahlen in den Hochpreissegmenten deutlich überdurchschnittlich gestiegen. Küchen mit einem Auftragswert von 10.000 bis 20.000 Euro zum Beispiel legten um sechs Prozent zu, die Luxusvarianten mit mindestens 20.000 Euro Bestellvolumen sogar um 18 Prozent. Und dahinter stehen durchaus beachtliche Stückzahlen.

Inklusive Export dürften die Erlöse 2014 sogar an die Marke von elf Milliarden Euro heranreichen. Kaum verwunderlich also, dass Küchenmöbel die mit Abstand stärkste Warengruppe im deutschen Möbelhandel sind. Knapp ein Drittel des Umsatzes von zuletzt gut 31 Milliarden Euro entfällt auf die Kategorie Küche, meldet der Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM).

Das betreffe unter anderem das Design, das betreffe aber auch die Innenausstattung hinter der Schrank- und Schubladentür. Auf der Messe Living Kitchen zeigt Siematic zum Beispiel ein Innenausstattungssystem zur optimalen Stauraumnutzung, frisch prämiert mit dem Interior Innovation Award 2015 des German Design Council. Drittens schließlich gebe es Unterschiede bei der Verarbeitung etwa von Kanten und Oberflächen.

Die deutschen Hersteller, die in der Küchenbranche als weltweit führend gelten, sind daher vielfach schon mit Niederlassungen oder sogar Tochtergesellschaften vor Ort. Umgekehrt gibt es für die chinesischen Hersteller keinen Markt in Deutschland. Nicht mal die Italiener können hierzulande Fuß fassen. Der Importanteil bei Küchenmöbeln liegt nach AMK-Angaben bei nicht mal drei Prozent.

Der Kunde der Zukunft werde anspruchsvoller und als „Omni-Shopper“ Online- und Offline-Einkaufskanäle kombinieren. „Es wird erwartet, jederzeit überall einkaufen zu können und beliefert zu werden.“ Das Ende des Supermarkts sieht Rausch deswegen aber noch nicht gekommen.

„Die Leute ziehen die Konsequenz daraus, dass sie bei der Bank nichts mehr bekommen“, bestätigt auch Günter Scheipermeier, der Geschäftsführer von Europas größtem Küchenhersteller Nobilia. Ihm zufolge sind aktuell vor allem die Zweit- und Dritteinrichter in den Küchenstudios unterwegs. Und das ist für die Branche die perfekte Mischung. Denn das sind Leute mit Geld, wie Scheipermeier betont.

Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach leisen, energieeffizienten und vernetzten Hausgeräten. Geschirrspüler, Kühlschränke und Gefriergeräte etwa sollen nach Möglichkeit die Effizienzklasse A+++ aufweisen. Dazu darf die Spülmaschine nicht lauter als 45 Dezibel sein, um in der offenen Wohnküche nicht beim Fernsehgucken oder bei der abendlichen Runde mit Freunden zu stören.

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Und das nicht nur wegen der modernen Hightech-Geräte. Auch die Möbel haben sich bei Funktionen und Design binnen weniger Jahre so stark weiterentwickelt wie nie zuvor. Und das quer durch den Markt. Extras wie beispielsweise Lackoberflächen, Lichtbänder, grifflose Schränke oder Softeinzug für Schubladen sind längst nicht mehr nur den Luxusküchen vorbehalten, sondern haben sich zuletzt rasend schnell auch in den unteren Preisklassen etabliert.

Um diese Nuancen besser zu kommunizieren, startet Siematic nun eine Offensive im Handel. „Wir schulen die Verkäufer nochmal zusätzlich“, sagt Overlack. Auch das dürfte Geduld erfordern. Aber das sind Küchenverkäufer ja gewohnt.

Der Auftragsbestand seines Unternehmens jedenfalls sei aktuell sehr gut, insbesondere in den höheren Bereichen. Wittmann kann sich daher vorstellen, dass der Durchschnittspreis einer Küche mittel- bis langfristig die Marke von 10.000 Euro übersteigt.

Zumal die Flüchtlingswelle zusätzlichen Bedarf schaffen dürfte. „Wenn die Migranten in dauerhafte Unterkünfte einquartiert werden, sind kleine Küchen im Preiseinstiegssegment gefragt“, prognostiziert Mangels. Noch dazu gebe es mit dem Export ein weiteres solides Standbein.

„Wir haben uns ein kleines Plus vorgenommen.“ Und Möglichkeiten der Differenzierung gegenüber der Mittelklasse sieht er sehr wohl. „Das erschließt sich vielleicht nicht immer auf Anhieb“, sagt Overlack. Im Detail gebe es aber sehr große Unterschiede.

Darüber hinaus gibt es bei Sachsenküchen eine zusätzliche Bandbreite an Dekoren und vor allem Echtholzfurnieren, es gibt Schiebetüren statt Auszüge und zusätzliche Technik wie etwa LED-Lichtbänder in den Schränken. „Küchen werden deutlich wertiger“, beschreibt Beeg. „Man will etwas zeigen.“

Knapp 42 Prozent der Küchenproduktion hierzulande wird ins Ausland verkauft, allen voran nach Frankreich und Belgien, in die Niederlande und die Schweiz sowie nach Österreich und Großbritannien. Im Fokus stehen aber zunehmend auch Länder außerhalb Europas. „China, Indien, Südostasien und Russland werden die zukünftigen Küchenpotenziale vervielfachen“, sagt AMK-Chef Mangels und verweist auf eine Studie der Beratungsgesellschaft Cologne Strategy Group.

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Kaum verwunderlich also, dass der Durchschnittspreis für eine Küche in Deutschland bei mittlerweile 6281 Euro liegt. Das sind stattliche 800 Euro mehr als noch vor vier Jahren. Den größten Sprung gab es dabei 2014 mit alleine 430 Euro. Und dieser Trend wird weitergehen, ist sich GfK-Forscher Wittmann sicher. Schon 2015. „Wenn es keine gravierenden exogenen Faktoren gibt, wird die Branche erneut stabil wachsen“, prognostiziert Nobilia-Chef Scheipermeier.

Ein passendes Beispiel ist Kecskes zufolge Salat. Während der Verkauf von frischen Saatköpfen nach GfK-Angaben seit Jahren allenfalls stagniert, steigt die Nachfrage für Salatprodukte, die schon gewaschen und geschnitten sind, deutlich an. Diesen Service lassen sich die Bundesbürger dann auch etwas kosten. „Die Deutschen sind wieder bereit, mehr Geld fürs Essen zu bezahlen.“

Das seien Regalsysteme in Holzoptik mit unterschiedlich großen Waben, wie es sie früher auch in den Wohnstuben gab, beschreibt der Manager. „Da kommt zum Beispiel das Porzellan rein, das früher im Wohnzimmerschrank stand.“

Noch zumindest. Denn laut GfK verringern sich die Abstände. Lag der Umsatzanteil der Luxusküchen vor zehn Jahren noch bei rund fünf Prozent, sind es mittlerweile schon zehn Prozent. Das Billigsegment dagegen hat deutlich verloren. So sank der Umsatzanteil von Küchen für weniger als 5000 Euro binnen einer Dekade von über 30 Prozent auf gerade noch 21 Prozent.

Danach werden im Jahr 2030 alleine in China 25 Prozent mehr wertige Küchen verkauft als in ganz Europa. Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl chinesischer Hersteller, die den Markt bedienen und sogar bis nach Amerika liefern. „Gerade bei der einkommensstärkeren Kundschaft sind moderne Einbauküchen europäischer Prägung aber ein Statussymbol“, sagt Mangels.

Vor allem junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren sind nach GfK-Angaben offen für diese Technologien. „Sie sind digital aufgewachsen, also nehmen als ganz selbstverständlich an, dass die Automatisierung im Haushalt weiter stark zunehmen wird.“ Insgesamt zeigt sich der Studie zufolge jeder vierte Verbraucher aufgeschlossen für zusätzliche Technik in der Küche.

In Kanada ist ein 11-Jähriger aufgrund einer Mangelernährung erblindet. Weil er zahlreiche Unverträglichkeiten hatte, ernährten seine Eltern ihn mit einer selbst ausgedachten Diät.

Und Bedarf ist da. Alleine 15 Millionen Küchen in Deutschland sind laut AMK älter als 15 Jahre. Der Verband rechnet daher auch in den kommenden Jahren mit Wachstum. Für 2016 zum Beispiel sagt Mangels ein Plus von vier bis fünf Prozent voraus.

Nicht selbst gemacht, sondern fertig gekauft: Immer mehr Deutsche kochen und bereiten ihr Essen nicht mehr selbst zu

Dass der Umsatz noch weit stärker wächst als die Stückzahlen, liegt am anhaltenden Trend zur Nobelküche. „Wachstum gibt es nur in den oberen Preisklassen“, bestätigt Marktforscher Wittmann. Das belegt auch die Statistik. Während der Absatz von Billigküchen für weniger als 5000 Euro in den ersten drei Quartalen 2014 um mehr als fünf Prozent gesunken ist, gab es in der nächsthöheren Stufe, also bei Küchen für 5000 bis 10.000 Euro, ein Mengenplus von 7,5 Prozent. Damit nicht genug.

Das gilt erst recht für zwei weitere Kochtypen, die im Gegensatz zum Alltagskoch jeweils stark an Zuspruch gewinnen: der Edelkoch und der Wochenendkoch. „Edelkochen ist ein Trend, der Genuss und Nachhaltigkeit zusammenbringt“, heißt es dazu in der Studie. Zu finden seien die entsprechenden Verfechter dabei überwiegend in den älteren Lebenswelten.

Treiber dieser Entwicklung sind zum einen die hohen Zuwächse im Haus- und Wohnungsbau infolge der niedrigen Zinsen. Zum andern wird hierzulande auf breiter Front renoviert und modernisiert. Und dabei spiele die Küche eine Hauptrolle, heißt es bei den Konsumforschern der GfK, die einen Trend zur offenen Wohnküche ausgemacht haben.

Und tatsächlich gehen die Umsätze der Luxusfirmen trotz des Trends zur Hochpreisküche nicht durch die Decke. Siematic etwa meldet für 2014 stagnierende Erlöse von rund 100 Millionen Euro. „Da ist noch Luft nach oben im Geschäftsverlauf“, gibt Jörg Overlack zu, der Leiter Markenkommunikation beim Mittelständler aus dem ostwestfälischen Löhne. Zum Beispiel 2015.

Aber auch die Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle. „Die Verbraucher sind aufgeschlossen für digitale Shopping- und Kochhilfen“, sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Gemeint sind zum einen smarte Küchengeräte, aber auch digitale Koch-Apps und Einkaufshelfer wie Amazons Alexa. „Der nächste Schritt ist, dass solche Geräte gleich das ganze Menü vorschlagen und die notwendigen Zutaten online bestellen“, sagt Marktforscher Kecskes.

Vor vier Jahren aber wurde noch in 29 Prozent der Haushalte täglich der Herd angeschaltet. Und ein Ende dieses rasanten Abstiegs scheint nicht in Sicht. „Der Rückgang wird weitergehen“, prognostiziert Kecskes am Rande der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga in Köln. Denn die Generationen, die aktuell einen Haushalt gründen und ins Berufsleben hineinwachsen, würden regelmäßige Mahlzeiten immer weniger kennen. „Und viele von ihnen lernen auch gar nicht mehr zu kochen.“

Diesen Kundenwunsch bestätigt auch Elko Beeg. „In der Küche von heute wird nicht mehr nur gearbeitet, sondern gewohnt“, sagt der Geschäftsführer von Sachsenküchen. Mittlerweile stelle sich daher schon die Frage, wo die Küche überhaupt anfängt und wo sie aufhört. Auf der Living Kitchen stellt sein Unternehmen daher Küchen mit sogenannten Stollenwandsystemen zwischen den Schränken und Elektrogeräten vor.

Lackfronten, grifflose Schränke, Induktionsherde: Die Küche wird für die Deutschen immer mehr zum Vorzeigeraum und Mittelpunkt der Wohnung. „Eine Küche ist nicht länger ein pflegeintensiver Arbeitsraum, sondern ein Umfeld, in dem man sich etwas Gutes tut und regeneriert“, beschreibt Kirk Mangels, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Und das lassen sich die Deutschen auch etwas kosten. Die Branche jedenfalls eilt von Rekord zu Rekord.

Die Verkaufszahlen von Küchen jenseits der 10.000-Euro-Grenze haben sogar zum Teil deutlich zweistellige Zuwachsraten. In der Preisklasse von 10.000 bis 20.000 Euro zum Beispiel sind es fast zwölf Prozent, bei den Küchen über 20.000 Euro sogar knapp 30 Prozent. Im Luxussegment ist die Vergleichsbasis allerdings auch deutlich geringer als in den Bereichen darunter.

Doch das alles hat seinen Preis. Kaum verwunderlich also, dass Elektrogroßgeräte in den ersten drei Quartalen 2014 beim Umsatz deutlich zulegen konnten. „Die Geräteindustrie hat es geschafft, Begierde zu wecken“, beschreibt Marktforscher Wittmann.

Die Küche ist das neue Statussymbol der Deutschen. Für schicke Fronten und leise Elektrogeräte geben sie viel Geld aus. Doch auch die Hersteller preiswerter Küchen haben eine neue Zielgruppe.

Küchen So Viel Geld Geben Die Deutschen Aus Welt